Die Behandlung der Essstörungen
Ein „gestörtes“ Essverhalten äußert sich in einer unausgewogenen Beziehung zur Nahrung. Betroffene möchten in der Regel eine gesunde und natürliche Beziehung zu Lebensmitteln zurückgewinnen, die von Genuss und den Bedürfnissen des Augenblicks geprägt ist. Doch regelmäßig erleben sie das Gegenteil. Ständige Grübeleien darüber, wann/was/wie viel gegessen werden soll, oft vermischt mit schwierigen Gefühlen und/oder einer kritischen Haltung sich selbst gegenüber. Der Akt des Essens kann zu einer mehr oder weniger großen Quelle von Leid werden und kann daher dazu führen, dass sich das Essverhalten verändert. Dieses kann restriktiver werden („Ich esse keine stärkehaltigen Lebensmittel mehr“; „Wenn ich Süßes esse, habe ich das Gefühl, mich zu bestrafen“) oder im Gegenteil, man schenkt dem, was man isst, immer weniger Bedeutung („Es ist sowieso schon vorbei, dieses Stück Torte wird auch nichts ändern“; „Ich bin zu müde, um mir etwas zuzubereiten“), oder man schwankt zwischen Perioden der Restriktion und des Loslassens. Oft sind Gewichtsschwankungen die Folge, und ein wahrer Teufelskreis setzt sich in Gang.
Essstörungen sind psychische Störungen, die im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) beschrieben werden. Dies ist ein Referenzwerk, das von der American Psychiatric Association (APA) veröffentlicht wird.
Dazu gehören zum Beispiel Anorexie, Bulimie oder auch Essanfälle (Binge Eating Disorder).
Menschen, die an einer Essstörung leiden, benötigen in erster Linie, aber nicht ausschließlich, eine psychotherapeutische und/oder psychiatrische Behandlung. Ideal wäre eine multidisziplinäre Betreuung, die eine Psychotherapeutin, einen Allgemeinarzt (zunächst) und eine Ernährungsberaterin umfasst.
Als Ernährungsberaterin kümmere ich mich um Menschen, die an Essstörungen leiden, unter der Voraussetzung, dass sie psychotherapeutische Sitzungen in Anspruch nehmen oder bereit sind, dies zu tun.
Die diätetische Betreuung zielt darauf ab, ein regelmäßiges Essverhalten wiederherzustellen, das heißt regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten, die dem Gesundheitszustand des Patienten angepasst sind. Dazu ist neben ernährungswissenschaftlichen und diätetischen Empfehlungen oft auch die Analyse von Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen (Hunger/Sättigung) in Bezug auf Lebensmittel und Essverhalten hilfreich. Der individuelle Ansatz variiert je nach Gesundheitszustand und persönlicher Entwicklung. Neben den Kompetenzen im Bereich Ernährung lege ich besonderen Wert auf Wohlwollen und Mitgefühl gegenüber dem anderen. Ich stütze mich auf die Prinzipien des achtsamen Essens (Mindful Eating), um den Patienten zu helfen und sie bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen